Ines Scholl, Leiterin des Sales-Support-Teams bei GEHE
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Karriere bei McKesson Europe: Im Gespräch mit Ines Scholl von GEHE

Wie sieht eine "typische" Karriere bei McKesson Europe aus? Mit einer Reihe von Mitarbeiterporträts möchten wir diese spannende Frage beantworten – Ines Scholl von GEHE steht uns Rede und Antwort.

Ines, was ist deine Position bei GEHE?

Ich bin die Leiterin des Sales-Support-Teams. Unsere Aufgabe ist, es unseren Vertrieb und unsere Kunden so weit wie möglich zu unterstützen. Insgesamt besteht das Team aus etwa 18 Mitgliedern.

Wie sah dein bisheriger Werdegang aus und was hat dich zu den jeweiligen Schritten animiert?

Ich habe an der University of Massachusetts in Amherst einen Abschluss als Master of Science im Fach Mikrobiologie erlangt. Anschließend beschloss ich, dass ich nicht mehr in einem Labor arbeiten möchte – ich wollte lieber mit Menschen zu tun haben. Daher habe ich am GEHE-Traineeprogramm teilgenommen. Dabei lernte ich alle Geschäftsbereiche von Logistik über Beschaffung, Vertrieb, Personalwesen bis zum Controlling kennen. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch neu im Geschäftsleben und konnte mir auf diesem Weg ein umfangreiches Netzwerk aufbauen.

Dann wechselte ich als Projektmanagerin in den Bereich Sales Support und arbeitete dort an einem großen Projekt, was mir die Möglichkeit bot, bei der Geschäftsführung auf mich aufmerksam zu machen. Danach wurde mir eine Stelle als Assistentin des Geschäftsführers für Vertrieb und Marketing angeboten und ich durfte ein Team zusammenstellen. Als McKesson 2013 bekanntgab, Celesio (heute McKesson Europe) übernehmen zu wollen, wurde mir die Verantwortung für das Sales-Support-Team übertragen. Wir wurden damit beauftragt, die neuen Prozesse gemäß dem Sarbanes-Oxley Act auszuarbeiten. Dabei handelte es sich um ein äußerst umfangreiches zweijähriges Projekt. An dessen Ende wurde ich zur Prokuristin und Bereichsleiterin befördert.

Ich arbeite gerne an solch umfangreichen und anspruchsvollen Projekten – wahrscheinlich bin ich genau deshalb so gut darin. Ich bin im Job immer sehr engagiert, wollte stets mehr Verantwortung übernehmen und wurde schließlich ausgewählt.

Welches waren die wichtigsten Beweggründe für deine Karriereschritte?

Zu meiner Entscheidung trug unter anderem die Möglichkeit bei, Assistentin eines Geschäftsführers zu werden. Er wurde mein Mentor. Ein weiterer Beweggrund war die Teilnahme am GEHE-Programm zur Entwicklung von Führungskräften. Dieses hat mir die Chance geboten, mich persönlich weiterzuentwickeln und ein Netzwerk aufzubauen. 2014 beschloss ich außerdem, ein MBA-Studium aufzunehmen, das ich Ende Mai abschließen werde. Im Rahmen dieser Ausbildung lernte ich die Grundlagen der Betriebswirtschaft kennen, die mir in meinem ersten Studium nicht vermittelt wurden. Ein weiteres Entscheidungskriterium war, dass ich meinen Interessen folgen wollte. 

Es spielt keine Rolle, in welchem Bereich man arbeitet, solange die Aufgabe Herausforderungen bietet, interessant ist und man ein gutes Team an seiner Seite hat.

INES SCHOLL

Gab es überraschende Wendepunkte in deiner Karriere?

2015 kam meine Tochter zur Welt. Mein Chef beförderte mich während meiner Schwangerschaft und ich erfahre in meiner Karriere weiterhin volle Unterstützung. Ich arbeite derzeit 30 Stunden pro Woche. Es ist nicht selbstverständlich, in einem Unternehmen so gefördert zu werden – dafür bin ich sehr dankbar.

Welchen Aspekt deiner Karriere würdest du rückblickend als besonders interessant bezeichnen?

Das Sprichwort „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“ trifft vollkommen zu. Manchmal muss man ein wenig abwarten können – aber es tun sich immer wieder neue Wege auf. Früher war ich viel skeptischer.

Welches sind deiner Meinung nach die Voraussetzungen für eine gelungene Karriere?

Ohne Engagement geht es nicht. Und Karriere ist nichts, was man ganz alleine gestalten kann. Man braucht ein gutes Team, einen Mentor und einen kompetenten Vorgesetzten. Man muss offen für Veränderungen und Verbesserungen sein.

Hast du deinen Werdegang im Voraus geplant oder einfach die richtigen Gelegenheiten ergriffen?

Ich habe meine Karriere nie akribisch geplant, wollte aber schon immer etwas erreichen. Ich bekam schon frühzeitig die Gelegenheit, an großen Projekten zu arbeiten. Als Projektleiterin hatte ich die besondere Chance, auf mich und meine Arbeit aufmerksam zu machen.

Inwieweit lässt sich deiner Meinung nach eine Karriere planen?

Für Frauen, die eine Familie gründen möchten, ist es schwierig, die Karriere Schritt für Schritt zu planen. Daher kam das für mich nie in Frage. Mir war klar, dass ich eine Führungsposition haben wollte, verfolgte aber keinen genauen Plan, um dieses Ziel zu erreichen.

Wie sehen deine nächsten beruflichen Schritte aus?

Mit 32 habe ich bereits eine Position im höheren Management. Das ist großartig und ich möchte meinen Förderern dafür danken. In Kürze werde ich meinen MBA-Abschluss erwerben. Bislang habe ich noch keine weiteren Pläne geschmiedet. Ich habe einen anspruchsvollen und vielseitigen Beruf, freue mich aber auch auf neue zukünftige Chancen.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der gerade seine Karriere bei McKesson Europe beginnt?

Man sollte nicht versuchen, seine Karriere zu genau zu planen. Setze dir ein Ziel, das du erreichen möchtest, aber sei anschließend auch wieder offen für neue Möglichkeiten. Man muss wissen, wann man sich auch einmal in Geduld üben sollte. Lerne von erfahrenen Managern, bitte sie um Feedback und versuche es, in deiner Arbeit umzusetzen.

Was wolltest du werden, als du noch klein warst?

Zunächst Delphintrainerin und später Rechtsanwältin.

Es ist Sonntagnachmittag. Was würdest du normalerweise gerade tun?

Ich würde im Schwimmbad meine Bahnen ziehen, in der Sporthalle mein altes Handballteam unterstützen oder mit meiner Familie Zeit auf dem Spielplatz verbringen.